Paraiba-Turmalin im Ovalschliff

Name

Bereits sein Name verweist auf die Farbenvielfalt: „Turmalin“ leitet sich vom singhalesischen Begriff „turmali“ für „Stein mit gemischten Farben“ ab. Er wird auch als „Chamäleon-Edelstein“ bezeichnet, was sich allerdings nicht nur auf die Vielfalt seiner Farben bezieht, sondern auch auf die historische Verwechslung mit anderen Edelsteinen.

Chemische Zusammensetzung des Turmalins

Ähnlich wie Granate bilden die Turmaline eine Gruppe von verwandten Mineralien, deren unterschiedliche Zusammensetzungen eine Fülle von Farben erzeugen. Auch wenn es dreizehn verschiedene mineralogische Varietäten des Turmalins gibt, können wir uns hier ganz auf den Elbait konzentrieren. Er wurde nach der italienischen Insel Elba benannt, auf der er entdeckt wurde und ist das Rückgrat der Turmalin-Edelsteine. Leider sind die farbenfrohen Turmalin-Varietäten nicht im Überfluss erhältlich, so sind nur selten Kristalle zu finden, die sich für die Verarbeitung zu einem Schmuckstück eignen.

Herkunft der Turmaline

Zu den Haupt-Turmalinquellen gehören Afghanistan (KunarTal), Brasilien, Madagaskar, Mosambik, Namibia, Nigeria, Pakistan, Tansania und früher die USA (Kalifornien).

Geschichte des Turmalins

Im 16. Jh. glaubten die Portugiesen, sie hätten auf den brasilianischen Edelsteinfeldern von Minas Gerais Smaragde gefunden. Dreihundert Jahre später kam die Wissenschaft diesem Irrtum auf die Spur, und der „Brasilianische Smaragd“ wurde korrekt als Grüner Turmalin identifiziert. Am anderen Ende der Welt erreichten um 1590 holländische Handelsschiffe die Gewässer von Sri Lanka, und ab 1703 waren Turmaline schließlich in West- und Mitteleuropa erhältlich. Damit mehrte sich die Zahl der Verwechslungen mit Rubin und Saphir, was dazu führte, dass manche Käufer den Turmalin allein wegen seiner Ähnlichkeit mit anderen Edelsteinen schätzten. Zwar erlebte der Turmalin seinen Aufschwung erst im zwanzigsten Jahrhundert, aber er war bereits in der Antike bekannt. Im 3. Jh. nannte ihn Theophrastos (ein Schüler Aristoteles’) „lyngourion“, und ein Grüner Turmalin-Siegelstein mit dem Abbild Alexanders des Großen aus derselben Zeit ist das wahrscheinlich älteste bekannte Exemplar. Die Römer glaubten, der Turmalin besäße geheime Kräfte, und verwendeten ihn für in Tierformen geschnitzte Broschen.

Pirineu-Turmalin im Ovalschliff
Santa-Rosa-Turmalin im Ovalschliff

Charakteristika des Turmalins

Der Turmalin ist tatsächlich der Edelstein mit dem stärksten Dichroismus. Das bedeutet, dass jedes Turmalinkristall zwei Farben besitzt (dunkel und hell), deren Intensität sich verändert, wenn der Edelstein von unterschiedlichen Seiten betrachtet wird.

Turmalin-Varietäten

Die verschiedenen Farben des Turmalins werden entweder durch Farbadjektive wie blaugrün, grün und rosa, durch einen speziellen Varietätsnamen oder durch einen Namenszusatz – wie beim Mehrfarbigen Turmalin (zwei oder mehrere Farben), Kanarien-Turmalin (intensiv gelb, aus den afrikanischen Staaten Malawi und Sambia), Turmalin-Katzenauge (chatoyierender Turmalin, Farbwechsel-Turmalin (grün zu rot), Kupfer-Turmalin (keine Paraíba-Färbung, aber doch von Kupfer und Mangan gefärbt), Indigolith (blau), Paraíba-Turmalin (blau bis grün, gefärbt durch Kupfer und Mangan), Rubellit (rot) und Wassermelonen-Turmalin (innen rosa, außen grün, genau wie die Frucht) bezeichnet.

Eine extrem seltene Varietät ist der Chrom-Turmalin, ein ostafrikanischer Dravit von lebhaftem, reinen Grün, der seine Farbe, ebenso wie etwa Smaragd und Tsavorit. durch die Elemente Chrom und Vanadium erhält. Und schließlich der Schörl (Schwarzer oder auch Mitternachtsblauer Turmalin), eine Varietät, die in der Natur häufig zu finden ist und einst als Trauerschmuck beliebt war, heute aber kaum im Handel zu finden ist, weil sie selten facettiert wird.

Pflege des Turmalins

Turmaline dürfen mit Dampf, jedoch nicht mit Ultraschall gereinigt werden.

Schmuck mit Turmalin

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