Labradorit roh und geschliffen

Name

Der Labradorit ist nach der kanadischen Halbinsel Labrador benannt, auf der er entdeckt wurde. Zur ersten Begegnung kam es 1770 auf der Insel St. Paul mit mährischen Missionaren, die die Insel bereisten. Es sollte jedoch bis 1777 dauern, bis der Labradorit erstmalig vom Britischen Museum (London) beschrieben wurde.

Chemische Zusammensetzung des Labradorit

Als Mitglied der Plagioklas-Feldspatgruppe ist der Labradorit eng verwandt mit dem Mondstein, dem Sonnenstein und dem Tibetanit. Seine zwei Untergruppen sind die Plagioklase und Alkalifeldspate. Sie werden durch ihren Gehalt an Kalzium und Natrium unterschieden, wobei die meisten Edelstein-Varietäten zur Plagioklasgruppe gehören. Edelsteine innerhalb der Alkalifeldspate haben die gleiche chemische Zusammensetzung, unterscheiden sich jedoch in ihrer Kristallstruktur. Viele Feldspat-Edelsteine ähneln in ihrer Optik. Einige Feldspatedelsteine sind sich in ihrer Zusammensetzung so ähnlich, dass es sogar gemmologischen Laboren schwerfällt, sie auseinander zu halten.

Herkunft des Labradorit

Der Labradorit kommt in Australien, Kanada, China, Finnland, Indien, Mexiko, Norwegen, Russland, Tansania und den USA vor. Madagaskar ist die weltweit beste Quelle für hochwertigen Labradorit. Madagassischer Labradorit, über den 2007 erstmals berichtet wurde, wird hauptsächlich in Soamiakatra im Bezirk Antsirabé in der Provinz Antananarivo abgebaut.

Geschichte des Labradorit

Umgangssprachliche Bezeichnungen für den Labradorit lauten „Schwarzer Regenbogen“ und „Feuerstein“ (die amerikanischen Ureinwohner aus Labrador haben diesen Namen benutzt, da sie glaubten, der Edelstein besitze mystische und heilende Eigenschaften). Eine Legende der amerikanischen Ureinwohner besagt, dass das Nordlicht (Aurora Borealis) einst in den Felsen entlang der Küste von Labrador gefangen gewesen sei, bis ein Wanderkrieger die meisten von ihnen mit einem mächtigen Wurf seines Speeres befreite. Ein paar der Lichter blieben jedoch in den Steinen gefangen und wurden zu dem Edelstein, den wir heute Labradorit nennen.

Labradorit cabochon
Labradorite

Charakteristika des Labradorit

Labradorite sind als meist farblos, orange, rot oder gelb transparente Edelsteine, genauso wie als opake oder leicht transluzente rauchgraue Varietäten erhältlich, die auf wunderschöne Weise ihre charakteristische Labradoreszenz zeigen. Labradoreszenz ist das farbenfrohe „Lichtspiel“, das von der Edelsteinstruktur hervorgerufen wird, indem sie das Licht in seine Spektralfarben aufbricht. Wenn der Labradorit bei hohen Temperaturen kristallisiert, sind seine chemischen Strukturen miteinander vereinbar und bilden verschiedene Schichten. Beginnt die Mischung abzukühlen, trennen sich die chemischen Elemente voneinander und erschaffen unterschiedliche Kristallebenen mit unterschiedlicher Tiefe. Wenn Licht in den Labradorit fällt, verfängt es sich in diesen Ebenen und reflektiert von einer zur nächsten. Die Stärke dieser Schichten und die Geschwindigkeit des Lichts bestimmen, welche Farben absorbiert werden. Die Labradoreszenz erscheint als farbige Reflektionen entlang der Spaltungsebenen, wenn das Licht den Edelstein aus verschiedenen Winkeln trifft. Sie ist normalerweise blau, kann aber auch goldene, grüne, violette oder rote Töne annehmen. Die größte Menge der im Markt erhältlichen Labradorite sind opak und werden häufig nicht facettiert, sondern als Cabochon geschliffen und hochglanzpoliert. Im Gegensatz dazu wird der transparente Labradorit in der Regel facettiert. Labradorit wird häufig für Schnitzereien, Kameen und Intaglien benutzt.

Labradorit-Varietäten

Spektrolith ist eine Labradorit-Varietät, die sich durch den Farbbereich, die Intensität und die Anzahl der Farben, die sich in ihrer Labradoreszenz zeigen, unterscheidet. Der Stein wurde Spektrolith genannt, weil er Licht in sein komplettes Farbspektrum brechen konnte. Anorthosit ist ein Gestein, das reich an Labradorit ist, und häufig als Stein in der Architektur eingesetzt wird. Er wird unter einer Vielzahl von Namen verkauft, wie „Blauer Granit“ oder „Labradorit-Granit“ und für Küchenarbeitsplatten, Fliesen, Fensterbänke oder Verblendsteine verwendet.

Pflege des Labradorit

Labradorit sollte keiner Dampf- oder Ultraschallreinigung unterzogen werden.

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