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Türkis Rohedelstein und als Cabochon geschliffen

Name

Der moderne Name „Türkis“ ist gewissermaßen eine Fehlbezeichnung: Als venezianische Händler den Edelstein nach Frankreich brachten, nannte man ihn „pierre turquois“ für „Türkischer Stein“, obwohl er gar nicht aus der Türkei, sondern aus Persien stammt. Diesen Namen trägt er jedoch nicht von Anfang an: Im Persischen wird er als „ferozah“ bezeichnet, was „siegreich“ bedeutet. Bis ins 13. Jh. war in Europa der Name „calläis“ für „schöner Stein“ gebräuchlich, wahrscheinlich eine Ableitung von den antiken Edelsteinnamen „kalláïnos“ (griechisch) bzw. „callaina“ (lateinisch). Einige Mineralogen und Autoren vermuten, dass diese Bezeichnungen sich auf unseren heutigen Türkis beziehen, aber diese Auffassung ist nicht unumstritten.

Chemische Zusammensetzung des Türkis

Der Türkis ist hydratisiertes Kupfer-Aluminium-Phosphat. Die blaue bis grünblaue Farbe variiert in ihrer Intensität, wobei ein Himmelblau mit mittlerer Helligkeit und Sättigung historisch als am besten angesehen wird, während grünliche Farbtöne als weniger wertvoll gelten.

Herkunft

Das iranische Nishapar gilt aufgrund seines geschichtsträchtigen Rufs bis heute als einer der besten Türkisfundorte. Weitere Abbaugebiete liegen in den US-Bundesstaaten Arizona und Nevada sowie in China.

Türkis
Türkis im Cabochonschliff

Geschichte des Türkis

Der Türkis ist ein Edelstein, den viele Mythen umgeben, da er einer der ersten je abgebauten Edelsteine war. Sein Abbau reicht bis ins alte Ägypten im Jahr 6.000 v. Chr. und Persien im Jahr 5.000 v. Chr. zurück, seitdem wird er von vielen verschiedenen Kulturen geschätzt: Er ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Schmucks amerikanischer Ureinwohner, zum Beispiel in Zuñi-Armreifen und Navajo-Gürteln. Von den Azteken wurde er zu kunstvollen Masken verarbeitet. Zum Schatz von Moctezuma II. (1466-1520) – neunter Herrscher der Azteken, zu Beginn der Eroberung Mexikos durch die Spanier an der Macht – gehörte eine Schlangenschnitzerei, die mit einem Mosaik aus Türkisen besetzt war. Die Ureinwohner im Südwesten Nordamerikas verwendeten ihn ab dem 16. Jh. auch als Währung. Heute ist der Türkis der Nationaledelstein des Irans.

Charakteristika des Türkis

Der Türkis ist oft mit Adern der Matrix (Muttergestein) gesprenkelt, wobei es sich in der Regel um braunes Limonit oder schwarzes Manganoxid handelt. Attraktive, ausgewogene Muster beeinträchtigen den Wert eines Türkises nicht.

Pflege des Türkis

Der Türkis darf mit Dampf, jedoch nicht mit Ultraschall gereinigt werden.

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