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Der Rubin

Der Rubin

Der Rubin gilt als ein Edelstein der klassischen „Großen 4“ (zusammen mit Diamant, Smaragd und Blauem Saphir) und ist bekannt für sein warmes und einzigartiges Rot, das einen optischen Widerpart zu dem kühlen Blauen Saphir bildet. Tatsächlich gehört der Rubin, der Geburtsstein des Monats Juli, jedoch zur selben Mineralfamilie wie der Saphir: Korund.
Malawi-Rubin

Malawi Rubin

Name

Rubin

Rubin

Der Name „Rubin“ leitet sich vom lateinischen Begriff „ruber” ab, welcher für die Farbe Rot steht. Während viele rote Edelsteine vor der Entstehung der wissenschaftlichen Gemmologie ab dem 18. Jahrhundert „Rubin“ genannt wurden, fasste man Rubin, Granat, Spinell und andere rote Edelsteine zunächst unter dem lateinischen Begriff „carbunculus“ für „kleine Kohle“ zusammen. Diese den alten Griechen als „anthrax“ („glühende Kohle“) bekannten Edelsteine waren schöne tiefrote Steine, welche die Farbe glühender Kohlen annahmen, hielt man sie gegen die Sonne.

Chemische Zusammensetzung des Rubins

Neben dem Saphir ist der Rubin eine weitere Farbvarietät des Minerals Korund (ein kristallines Aluminiumoxid), dessen Name sich aus dem Sanskrit-Wort „kuruvinda“ für Rubine und Saphire ableitet. Allochromatische, d.h. fremdgefärbte Edelsteine dieses Minerals erhalten ihre Farben durch Chrom, Eisen und Titan – der Rubin wird zumeist von Chrom gefärbt. Bräunliche Töne entstehen durch Eisen.

Saphire zeigen zuweilen ebenfalls wunderschöne Rot- und Orangetöne (Abendroter Saphir beispielsweise) – diese Farbtöne fallen jedoch nicht in das Farbspektrum, das dem Rubin zugeordnet wird: Als Rubine gelten Korunde, die in ganz bestimmten Rottönen erstrahlen. Doch auch der edelste Rubin ist nur zu 80% rein rot und weist sekundär auch Orange-, Pink-, Lila- oder Violett-Töne auf.

Rubine vorgestellt im Juwelo Edelsteinlexikon

Herkunft

Rubine aus Sri Lanka sollen von den Griechen und Römern bereits ab etwa 480 v. Chr. verwendet worden sein, somit ist Sri Lanka eine der ältesten bekannten Lagerstätten. Als klassischer Herkunftsort des Rubins gilt jedoch das Mogok-Tal in Nord-Zentral-Birma. Heute werden Rubine auch in Mong Hsu im Nordosten von Birma abgebaut. Dieses Land, das wegen der klassischen Farbe und Transparenz seiner Rubine noch heute als eine, wenn nicht als die weltweit edelste Herkunft für Rubine angesehen wird, ist so eng mit Rubinen assoziiert, dass „Herr der Rubine“ einer der Titel der Könige von Birma war. Andere Rubinvorkommen liegen in Afghanistan, China, Indien, Kambodscha, Kenia, Madagaskar, Mosambik, Pakistan, Sri Lanka, Tansania, Thailand und Vietnam.

Geschichte des Rubins

Als König der Edelsteine „ratnaraj“ bekannt, verkörpert der Geburtsstein des Monats Juli Leidenschaft, Liebe und Romantik. Seit jeher ist er auch mit zahlreichen Mythen behaftet: Die alten Inder sahen im Rubin ein unvergängliches inneres Feuer, welches ein langes Leben verleihen könne. Abgesehen davon, dass sie Glück im Spiel bringen sollten, glaubte man im Mittelalter von den Rubinen – wie auch von vielen anderen Edelsteinen – dass sie prophetische Kräfte besäßen und ihre Farbe verdunkelten, wenn Unheil drohte. Sie wurden von den Birmanen als Talisman getragen, um vor Krankheit, Unglück und Verletzungen zu schützen und waren einst als „Blutstropfen vom Herz der Mutter Erde“ bekannt. Ralph Waldo Emerson verfasste im 19. Jahrhundert ein Gedicht, in welchem der Rubin als „Tropfen gefrorenen Weins aus den überströmenden Fässern Edens” und „Herzen von Freunden, den Freunden unbekannt” beschrieben wird.

Charakteristika des Rubins

Vietnamesischer Rubin

Vietnamesischer Rubin

Der Rubin ist einer der teuersten und seltensten unter den bekannten Edelsteinen, viel seltener als der Diamant. Vor allem die reinen Rottöne sind nur begrenzt erhältlich. Sind sie zudem besonders klar, wird ein so erstklassiger und wertvoller Rubin gelegentlich auch mit dem Zusatz „AAA“ klassifiziert. Als dichroitischer (zweifarbiger: Lilarot und Orangerot) bzw. pleochroitischer Edelstein ist jedoch auch der „edelste” Rubin nur zu etwa achtzig Prozent rein rot und zeigt einen sekundären Stich ins Orange, Pink, Lila oder Violett. Klare Rubine ohne sichtbare Einschlüsse sind zudem so gut wie nicht erhältlich: Genau wie beim Alexandrit und Smaragd ist Chrom für eine Vielzahl von Einschlüssen verantwortlich. Während sowohl Rubine als auch Saphire als Edelsteine des Typs II klassifiziert werden (Edelsteine, die in der Natur normalerweise mit wenigen kleinen Einschlüssen wachsen, die mit dem Auge sichtbar sein können), haben Rubine gewöhnlich mehr Einschlüsse als Saphire und sind kleiner. Kleine mikroskopische Einschlüsse (auch als „Seide“ bezeichnet) geben manchen Rubinen ein „schläfriges“ Aussehen und steigern die Schönheit und den Wert dieser Steine.

Für gewöhnlich wirkt der Rubin in natürlichem Licht oder unter einer weißen Lichtquelle am schönsten, die meisten Exemplare zeigen in natürlichem Licht außerdem eine starke, glühend elektrisch-rote Fluoreszenz.

Rubin-Varietäten

Der begehrte AAA-Tansania-Rubin besticht mit einer einmaligen Reinheit, leider kommt er meist nur in kleinen Größen vor. Eine preiswertere Alternative ist der Rubin aus Madagaskar, der eine feine Seide aufweist und zum Marktstandard avancieren konnte.

Rubine können besondere optische Effekte aufweisen: Asterismus (Sterneffekt) oder Chatoyance (Katzenaugeneffekt). Lange, nadelförmige und parallel verlaufende Einschlüsse (Rutilnadeln) im Rubin reflektieren das Licht in Form einer schlitzförmigen Katzen-Pupille oder eines Sterns, sofern die Einschlüsse in mindestens zwei unterschiedlichen Richtungen verlaufen. Ein gut geschliffener Stern-Rubin zeigt einen deutlichen Stern, dessen Strahlen gerade sind und in gleichem Abstand zueinander liegen. Die Norm ist ein sechsstrahliger Stern, aber auch zwölfstrahlige Sterne kommen gelegentlich vor. Alle Stern- bzw. Katzenaugenrubine werden im Cabochonschliff (konvexe, stark polierte Form ohne Facetten) geschliffen. Am besten treten die optischen Phänomene unter einem direkten, einzelnen Lichtstrahl in Erscheinung.

Sternrubin

Sternrubin

Pflege des Rubins

Der Rubin kann der normalen Reinigung sowie der Dampf- und Ultraschallreinigung unterzogen werden. Füllungen in Hohlräumen, Lücken, Rissen und/oder offenen Brüchen können leichter zerkratzen als der Mutterstein oder sind anfälliger für Beschädigungen durch Hitze oder Chemikalien.

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