Grundlagen

Schönheit, Beständigkeit und Seltenheit - das sind die drei Kardinaltugenden eines perfekten Edelsteins. Steine, die auch nur eines dieser Merkmale vermissen lassen, können in den Reihen der kostbarsten aller Steine niemals einen hohen Rang einnehmen.

Dr. G. F. Herbert Smith (1872 - 1953), Gemstones and their Distinctive Characters

G. F. Herbert Smith, von dem dieses schöne Zitat stammt, war ein britischer Mineraloge, der am Britischen Museum für Naturkunde arbeitete und für die Entwicklung des ersten für die Juwelierbranche brauchbaren Refraktometers (eines Geräts zur Messung des Brechungsindexes von Edelsteinen) verantwortlich zeichnete. Was Edelsteine betrifft, wusste er also genau, wovon er sprach!

Als mineralische oder organische Materialien, die dem persönlichen Schmuck dienen, sind Edelsteine nur dann wirklich Edelsteine, wenn sie schön, beständig und selten sind. Ihr Vorkommen ist gänzlich vom Zufall abhängig, sie sind wahre und erstaunliche Wunder der Natur. Die ästhetische Schönheit eines Edelsteins kann jeder bewundern, aber mit einem gewissen Grundverständnis werden Sie Ihre Edelsteine noch weit mehr schätzen lernen.

Diamanten sind bei vielen Käufern beliebter als Farbedelsteine. Das erklärt sich zum Teil sicher daraus, wie viel die Diamantenindustrie in die Werbung investiert. Bei Farbedelsteinen sind viele Menschen ratlos, wie sie den Wert des Steins bestimmen sollen; ganz abgesehen davon, dass häufig der Überblick darüber fehlt, welche Steine überhaupt auf dem Markt angeboten werden. Manch einer ist vielleicht gerade noch in der Lage, einige Geburtssteine und einige der bekannteren Varietäten aufzuzählen, aber die wenigsten Menschen – sofern sie nicht das Glück haben, einen Edelsteinexperten in ihrem Bekanntenkreis zu haben – verfügen über mehr als nur oberflächliche Kenntnisse. Das ist sehr schade, denn es ist gar nicht so schwer, ein gewiefter Edelsteinkäufer zu werden. Die schönsten Schlüsselmomente sind die, in denen den Leuten klar wird, dass sie nicht Millionär sein müssen, um in den Genuss von Farbedelsteinen zu kommen. Oft ist die Überraschung groß, wenn sie erfahren, dass viele Edelsteine in den unglaublichsten Farben zu durchaus bezahlbaren Preisen erhältlich sind – und noch größer, wenn sie herausfinden, dass zahlreiche Farbedelsteine tatsächlich seltener sind als Diamanten. Wussten Sie, dass es eine offizielle Liste der Edelsteine gibt, die sie zum Hochzeitstag oder Jubiläum verschenken können? Genau gibt es eine Zusammenstellung, in welcher die Edelsteine nicht nach Geburtsmonaten sondern nach Sternzeichen zugeordnet werden können. So existieren auch mehrere Listen der Edelsteine im Zusammenhang mit der chinesische Astrologie

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Dank der Beliebtheit von Diamanten haben die meisten Edelsteinkäufer wenigstens schon einmal entfernt etwas von den „vier C’s“ gehört: Colour (Farbe), Cut (Schliff), Clarity (Reinheit) und Carat Weight (Karatgewicht). Die „vier C’s“ eignen sich gut dafür, die Schönheit von Edelsteinen zu beschreiben. Sie helfen dabei, sich auf diesem anfangs scheinbar so komplizierten Gebiet zurechtzufinden. Doch wenngleich die „vier C’s” eine gute Grundlage für die Beurteilung von Edelsteinen bieten, müssen beim Kauf eines Steins auch noch andere Faktoren in Betracht gezogen werden. Die Wirkung des Steins wird auch unmittelbar von der Wahl der Schmuckmetalle beeinflusst. Auch die Schmuckfassungen der Edelsteine haben starken Einfluß auf die Wirkung des Schmucks. Diese möchten wir Ihnen im Anschluss erläutern und dabei verdeutlichen, wie wichtig die einzelnen Faktoren für den endgültigen Wert eines Edelsteins sind. So gelten Edelsteine in AAA-Qualität als die wertvollsten. Dabei ist für viele Schmuckliebhaber auch die Astrologie hinter einem Edelstein interessant.

Wissen Sie, welche Zahlen und Fakten für die physikalischen und optischen Eigenschaften eines Edelsteins sind drei wesentliche Größen von Bedeutung sind? Es sind die Härte, der Brechungsindex und die relative Dichte. Sollten Sie daran interessiert sein, den Wert ihres Schmuckstücks zu beurteilen, dann ist hier eine Schmuckschätzung hilfreich.

Wir haben für Sie auch wertvolle Tipps zum Schmuck tragen zusammengestellt, damit Sie wissen, worauf sie im Styling achten müssen. Wichtig: nach dem Tragen müssen Sie den Schmuck gut pflegen, schauen Sie am besten hier nach, wie Sie Edelsteine pflegen.

 

Farbe

Es dürfte kaum überraschen, dass die Farbe bei der Bewertung von Farbedelsteinen der wichtigste Faktor überhaupt ist.

Die Farbe macht etwa 50 % des endgültigen Werts eines Edelsteins aus. Größe (Karatgewicht), Schliff und Reinheit wirken sich unmittelbar auf die Farbe aus. Da es sich hierbei also um ein so zentrales Kriterium handelt, ist die Farbe  in einem eigenen Abschnitt behandelt.

Achat:

Wegen des Eisen- und Mangangehalts entstehen die unterschiedlichen Farben, so hat der Feuerachat oder Flammenachat oder Wolkenachat (wolkenförmige Bänder, Undurchsichtiger, limonithaltiger Lagenchalcedon ein opalähnliches Farbenspiel, das durch Beugung und Brechung des Lichts an den Einlagerungen entsteht.

Alexandrit:

Variieren die Lichtquellen. so wechselt der Alexandrit auch seine Farbe.Denn die Anteile der Spektralfarben ändern sich jeweils: Sonnenlicht enthält mehr Grün, Kunstlicht hingegen mehr Rot. Das Chrom im Alexandrit absorbiert und reflektiert die verschiedenen Farben des Lichts unterschiedlich und lässt so bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen einen Farbwechsel von Grün zu Rot entstehen.

Amethyst:

Die Farbgebung ist bei diesem Stein sehr variabel, so kann es je nach dem Eisenanteil entweder ein sattes, dunkles Purpur sein oder delikate Fliederfarben. So ist der Sibirische Amethyst dunkel purpurfarben, doch aufgepasst: manchmal wird die Bezeichnung „Sibirischer Amethyst“ – irreführenderweise – für Amethyste verschiedener Herkunft mit besonders intensiver Farbe verwendet.

Ametrin

Die Quarz-Varietät Ametrin zeigt eine seltene Mehrfarbigkeit, das feminine Purpur des Amethysts verläuft sanft in das frische Gelb des Citrins. Dieser Farbverlauf vollzieht sich in einem klaren Kristallkörper, der Ametrin ist nahezu rein und dadurch erstrahlen seine Farben besonders eindrucksvoll.

Andalusit:

Andalusite sind Kristalle, welchen niemals große Dimensionen erreichen. In dieser Sammlung bekommt ihr Andalusite mit dem bemerkenswerten mehrfarbigen Effekt. Grün, Champagner, Braun, Rot. Alle Farben sind zu sehen!

Apatit

Der allochromatisch / fremdgefärbte Apatit besitzt eine Farbvielfalt, die durch in der Erde selten vorkommende Elemente entsteht. Es gibt ihn in nahezu jedem Blauton, darunter Karibikblau, Mittelmeerblau, Neonblau, Ozeanblau, „paraíbaartiges“ Blau und „Saphir“-Blau (diese zumeist kleinen Apatite stammen tatsächlich aus Brasilien, nicht aus Madagaskar). Am beliebtesten sind die Blau- und Blaugrüntöne, doch auch die weniger bekannten Farben verdienen Beachtung. Dabei handelt es sich um Schoko (einschließlich Rotbraun), Grün (zuweilen ähnlich dem Smaragd und dem Russischen Diopsid, außerdem Mintgrün und Piniengrün), Grau, Pink, Purpur (die schönsten purpurfarbenen Apatite stammen aus dem amerikanischen Bundesstaat Maine), Seegrün, Violett, Weiß und Gelb (vor allem aus Mexiko, wo kanarien- bis honiggelbe sowie gelbgrüne und gelegentlich grüngelbe oder limettenfarbene Apatite abgebaut werden). Eine gelbgrüne, ursprünglich in der spanischen Provinz Murcia geförderte Varietät ist der sogenannte „Spargelstein“, der seinen Namen seiner farblichen Ähnlichkeit mit dieser Gemüsesorte verdankt.

Aquamarin:

Aquamarin ist einer der wenigen Steine, deren Preis unter Umständen mit steigender Größe abnimmt. Der Grund dafür ist, dass Aquamarine in der Regel Volumen brauchen, um intensive Farbe zu zeigen. Mit anderen Worten, ein einkarätiger Aquamarin von feiner Farbe ist viel seltener als ein 20-Karäter gleicher Farbe und erzielt daher auch einen höheren Preis pro Carat.

Bernstein:

Die Farben des Bernstein variieren von Honiggelb, Gelbweiß, Orange, Rot, grünlich, Braun, Schwarz und sind sehr selten blass. Die Farbe wird hauptsächlich durch die Tiefe der Lagerstätte und den Kontakt mit Luft bestimmt.

Beryll

Zur Edelsteinfamilie der Berylle gehören sechs Farbvarietäten: Aquamarin – Blautöne bis Grünblau, aber auch starkes Rot (eine sehr seltene Varietät) Smaragd - Grün oder helles Gelb bis Gelborange Morganit - helles Rosa bis Lachsfarben Goshenit - Farblos / Weiß

Chalzedon

Normalerweise ist der Chalzedon transluzent bis opak und kommt in unzähligen Farben vor, darunter in Schwarz-, Blau-, Braun-, Grün-, Grau-, Orange-, Pink-, Rot-, Weiß- und Gelbtönen und Kombinationen dieser Farben. Außerdem sind Bänder, Flammungen und Flecken häufig. Neben einem Edelstein und einem Familiennamen bezeichnet Chalzedon auch eine Untergruppe innerhalb der Familie, welche die einheitlich gefärbten Steine umfasst. Die mehrfarbigen Varietäten werden unter dem Oberbegriff „Achat“ zusammengefasst.

Citrin

Seine Färbung reicht von pastellfarbenem Zitronengelb über Goldgelb und Orange bis hin zu „Madeira“-Rot (benannt nach dem gleichnamigen Wein).

Demantoid

Neben den beliebten und bekannteren roten bzw. orangen Granat-Varietäten erstrahlt der Granat auch in verschiedenen Grüntönen. Der Demantoid zeigt ein intensives Grasgrün und ist damit zusammen mit dem Grossular-Granat Tsavorit eine der beiden grünen Geschwister in der Granatfamilie. Ein Demantoid sieht normalerweise bei Tageslicht besser aus als bei künstlichem Licht. Da er allerdings sowohl Eisen als auch Chrom enthält, variiert sein Erscheinungsbild mit unterschiedlicher Beleuchtung ein wenig. Im Allgemeinen wirkt er bei künstlichem Licht (Kerzenlicht) etwas gelblicher, aber diese leichte Veränderung ist oft sehr attraktiv und trägt zum Charakter dieses Edelsteins bei. Im Extremfall ist bei Kunstlicht ein zarter „Farbwechsel“ von einem gelblichen Grün zu einem pink-orangefarbenen Gelb zu erkennen. Diesen Effekt wurde bei einigen Namibischen Demantoiden sowie bei Demantoiden aus Madagaskar festgestellt.

Diamant:

Für das ungeübte Auge sehen die meisten Diamanten farblos aus, doch für den Fachmann können minimale Unterschiede große Differenzen im Preis bedeuten. Vollständig farblose Diamanten sind extrem selten und dementsprechend teuer. Nahezu farblose Diamanten oder solche mit kaum wahrnehmbaren gelblichen Farbtönen hingegen bieten ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Diopsid: Der Diopsid, ein Kalzium-Mangan-Silikat, ist ein „fremdgefärbter“ Edelstein, dessen typische Grüntöne entweder durch das Vorhandensein von Chrom (beim Russischen Diopsid) oder Eisen entstehen. Zum Beispiel sind die eher gelblich grünen Töne des Afrikanischen Diopsids (die ein wenig an den Peridot erinnern) auf Eisen zurückzuführen. Diopside gibt es in vielen Farben, darunter Grün, Blau, Braun, Grau, Purpur, Weiß und farblos.

Farbwechsel Diaspor:

Die Körperfarben variieren auf Basis der Lichtquelle : Kiwigrün mit kanariengelben Blitzen im Tageslicht, champagner- bis ingwerfarben (pastelliges bis mittleres Orange, bräunliches Gelb) bei traditioneller Innenbeleuchtung (fluoreszierend) und himbeer-, pinkfarbene oder rhodolithähnliche Farbtöne (Purpurrot) bei künstlicher Beleuchtung. Aus unterschiedlichen Winkeln kann man all diese Farben in ihm sehen. Viele weitere Farbvarianten treten möglicherweise in wieder anderen Lichtverhältnissen auf. Hauptmerkmal des Farbwechsel-Diaspors ist seine Vielzahl an lichtempfindlichen Farbtönen und die überragende Erscheinung in gemischten Lichtquellen (z. B. eine Mischung von Sonnenlicht, das durch ein Fenster scheint, in Verbindung mit Innenbeleuchtung), bei der alle seine Farben gleichzeitig leuchten. ). Mancher Farbwechsel-Diaspor zeigt sogar den begehrten Katzenaugeneffekt (Chatoyance). Ein Farbwechsel-Diaspor mit beiden Phänomenen (Farbwechsel und Chatoyance) ist außerordentlich selten.

Fluorit:

Der Fluorit gilt als das "farbenprächtigste Mineral der Welt“, ähnlich wie beim Purpurfarbenen Fluorit sind wir mit einer Farbzonierung konfrontiert. Wir wollten einen Edelstein, der das perfekte Weiß reflektiert, aber wir sahen Schattierungen von Rosa, Lila, Grün und Gelb.

Granat: Granate sind weit mehr als nur „kleine rote Edelsteine“. Natürlich gibt es sie in den „klassischen“ Rottönen, aber Granate kommen auch in zahllosen anderen Farben vor, darunter Schoko, Grün, Orange, Pink, Purpur und Gelb. Nur in Blau fand man den Granat nie – aber selbst das änderte sich, als Ende der Neunzigerjahre in Bekily im Süden Madagaskars bestimmte Farbwechselvarianten entdeckt wurden. Laut der Edelsteinexpertin und Autorin Antoinette Matlins ist „die Granatfamilie eine der aufregendsten Familien in der Welt der Edelsteine“.

Grandidierit: Grandidierite sind meerschaumfarbene und tief ozeanblaue Edelsteine, die 1902 in Madagaskar entdeckt wurden und nach dem französischen Entdecker und Naturforscher Alfred Grandidier (1836 - 1921) benannt sind, der die Naturgeschichte von Madagaskar erforschte. Grandidierit kommt in schönen durchsichtigen und durchscheinenden satten grünlich-blauen und bläulich-grünen Farbtönen vor, die umso blauer erscheinen, je mehr Eisen er enthält. Grandidierit zeigt trichroitischen Pleochroismus, der je nach Betrachtungswinkel drei verschiedene Farben zeigt: dunkles Blaugrün, farblos (manchmal sehr helles Gelb) oder dunkelgrün.

Iolith:

Eigentlich ist der Name ein wenig irreführend, ist der Iolith doch nicht dichroitisch sondern stark trichroitisch. Das heißt jeder Iolithstein zeigt drei Farben: ein dunkles blau/violett/lila bis hin zu farblos. Die Intensität der Farben kann sich je nach Betrachtungswinkel ändern.

 

Schliff

Eine der größten Fehleinschätzungen bezüglich des Schliffs von Edelsteinen betrifft seine Auswirkung auf den Gesamtwert des Edelsteins.

In einem populären Edelstein-Buch ist zu lesen: „Der Schliff ist von subjektiver Bedeutung und hat keine oder nur geringe Auswirkung auf den Kaufpreis.“ Hier muss man widersprechen: Der Schliff ist der zweitwichtigste Faktor. Warum? Selbst wenn ein Rohedelsteinkristall eine ausgezeichnete Farbe aufweist, kann ein schlechter Schliff die Wirkung der Farbe beeinträchtigen. Andersherum lässt sich eine eher durchschnittliche Farbe durch einen guten Schliff besser zur Geltung bringen. Auch Einschlüsse (siehe unten) lassen sich durch sorgsames Schleifen so platzieren, dass sie nicht sofort ins Auge fallen. Unterschätzen Sie also bitte nie die Bedeutung des Schliffs eines Edelsteins! Ebenso wie die Farbe sind auch die Edelstein Schliffe so wichtig, dass sie in einem eigenen Abschnitt behandelt werden.

 

Reinheit

Die meisten Edelsteine, wie zum Beispiel Amethyst, Saphir und Turmalin, bestehen aus Einkristallen, sind also makrokristallin. Andere besitzen eine Kristallstruktur, die so fein ist, dass die einzelnen Partikel nicht einmal unter dem Mikroskop erkennbar sind. Zu diesen so genannten kryptokristallinen Edelsteinen gehören unter anderem Achat, Chalzedon und Jade.

Ungeachtet ihrer Kristallstruktur können in der Natur nur wenige Edelsteine ungestört wachsen. Der Prozess der Edelsteinbildung ist oftmals mit der Entstehung kleiner natürlicher Besonderheiten verbunden, die man "Einschlüsse" nennt. Mitunter werden Einschlüsse auch als „Fehler“ bezeichnet, aber dies ist ebenso unzutreffend, als würde man die kleinen Unvollkommenheiten in einer Seidenjacke oder die Astlöcher in einem Holztisch als "Fehler" bezeichnen. Es handelt sich hierbei um ein natürliches Charakteristikum, einen Echtheitsstempel der Natur, der den natürlichen Entstehungsort der Edelsteine, nämlich die Erde, verdeutlicht. Einschlüsse sind normalerweise winzig klein und unter dem Mikroskop oder mit einer Juwelierlupe am besten zu erkennen. Die Reinheit eines Edelsteins wird durch die Menge und die Anordnung seiner Einschlüsse bestimmt. Man unterscheidet dabei zum Beispiel die Reinheitsgrade „augenrein“, „mit wenigen Einschlüssen“, „mit moderaten Einschlüssen“, „mit deutlichen Einschlüssen“ und „mit sehr deutlichen Einschlüssen“. Es gelten zwei allgemeine Faustregeln zur Reinheit:

  • Je höher der Reinheitsgrad, desto höher der Wert des Edelsteins.
  • Einschlüsse, die die Brillanz, das Funkeln und das Feuer des Edelsteins nicht beeinträchtigen, wirken sich nicht auf den Wert aus.

Beachten Sie jedoch, dass schöne, charakteristische oder interessante Einschlüsse den Wert eines Edelsteins sogar erhöhen können – was zum Beispiel beim Asterismus von Stern-Rubinen der Fall ist.

Neben der Reinheit besitzen Edelsteine eine von der jeweiligen chemischen Zusammensetzung, der Kristallstruktur und den vorhandenen Einschlüssen abhängige Opazität (Undurchsichtigkeit):

  • Opak: Der Edelstein ist nicht lichtdurchlässig. Zu den opaken Edelsteinen gehören Achat, Jade und Onyx.
  • Transluzent: Der Edelstein ist zwar lichtdurchlässig, jedoch nicht so durchsichtig, dass Gegenstände durch ihn hindurch deutlich erkannt werden könnten. Beispiele hierfür sind Feueropal und Rosenquarz.
  • Transparent: Das Licht wird vollständig durchgelassen. Objekte können durch einen transparenten Edelstein hindurch erkannt werden. Beispiele sind Amethyst, Saphir und Tansanit. Da Transparenz und Brillanz die Farbwiedergabe unmittelbar beeinflussen, spielen sie bei der Bestimmung des Werts transparenter Edelsteine eine entscheidende Rolle.

Mit zunehmender Erfahrung werden Sie bei bestimmten Steinen bestimmte Reinheitsgrade erwarten. Einige Varietäten weisen mehr Einschlüsse auf als andere. Dies ist weder gut noch schlecht; so kommen diese Steine einfach in der Natur vor. Um diese natürlichen Unterschiede in ein gewisses System zu bringen, teilt das Gemmologische Institut von Amerika (GIA) Edelsteine hinsichtlich des Vorhandenseins von Einschlüssen in drei Typen ein:

  • Typ I: Diese Edelsteine sind von Natur aus extrem rein und haben normalerweise keinerlei mit bloßem Auge erkennbaren Einschlüsse. Beispiel: Aquamarin.
  • Typ II: Edelsteine vom Typ II weisen von Natur aus einige wenige Einschlüsse auf, die für das Auge sichtbar sein können. Beispiel: Rubin
  • Typ III: Dieser Typ besitzt von Natur aus zahlreiche Einschlüsse, die üblicherweise mit bloßem Auge erkennbar sind. Beispiel: Smaragd.

Vom GIA wurden allerdings nur die zum Zeitpunkt der Entwicklung des Systems wichtigsten Edelsteine klassifiziert. Transluzente und opake Edelsteine sowie Steine im Cabochonschliff tauchen hier nicht auf. Aber gehen Sie bitte nicht fälschlicherweise davon aus, dass Edelsteine des Typs III weniger wert wären als Edelsteine des Typs I!

 

Karatgewicht

Bei Edelsteinen, die hinsichtlich aller anderen Merkmale gleichwertig sind, gilt: Je größer der Edelstein, desto höher sein Wert. Im Allgemeinen sind Farbe und/oder optische Effekte, zum Beispiel Farbwechsel oder Farbspiel, bei größeren Edelsteinen deutlicher zu sehen.

Traditionell wird das Gewicht von Edelsteinen in Karat angegeben (1 Karat = 0,2 Gramm bzw. 200 Milligramm). Bei Edelsteinen unter einem Karat misst man das Gewicht in 100 kleineren Einheiten, die auch als Punkte bezeichnet werden (50 Punkte entsprechen zum Beispiel 0,5 Karat). Diese auf den Basaren des Nahen Ostens entstandene Messweise beruht auf den Samen des Johannisbrotbaums, die früher zum Wiegen von Edelsteinen verwendet wurden. Im Jahr 1907 wurde das Karatgewicht in Europa auf ein Fünftel eines Gramms festgelegt. Aber warum eigentlich Johannisbrotsamen? – Aufgrund ihrer konsistenten Größe und ihres einheitlichen Gewichts waren diese Samen besonders gut zur Verwendung als Gewichte geeignet. Das Karatgewicht eines Edelsteins (ct) ist jedoch nicht mit der zur Angabe der Goldreinheit verwendeten Bezeichnung Karat (K) zu verwechseln. Johannisbrotsamen wurden auch verwendet, um das Gewicht der dem reinen Gold beigefügten Legierungen festzustellen; das erklärt die Namensgleichheit, aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon.

Größere Edelsteine kommen grundsätzlich seltener vor als kleinere. Ein dreikarätiger Edelstein ist immer bedeutend mehr wert als drei einkarätige Steine derselben Qualität. Eine Gruppe aus mehreren kleineren Steinen kann jedoch auch teurer sein als ein einzelner Edelstein mit gleichem Karatgewicht. Das ist dann der Fall, wenn die Facettierungskosten für die einzelnen Steine den Preisunterschied aufwiegen. Aufgrund ihrer relativen Seltenheit gelten aufeinander abgestimmte Edelsteinpaare oder -gruppen als wertvoller als einzelne Steine gleicher Größe und Qualität.

 

Herkunftsland

Es ist noch ein fünftes „C“ von besonderer Bedeutung: „country“, das Herkunftsland. Ähnlich wie bei den Marken von Sportbekleidungsartikeln werden auch Edelsteine mit einem an Geschichten und Legenden reichen „Stammbaum” zuweilen als wertvoller angesehen als Edelsteine, die noch nicht historisch verwurzelt sind. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Als Gegenbeispiel wäre hier der Paraíba-Turmalin zu nennen, der erst 1989 entdeckt wurde.

Das Herkunftsland sagt prinzipiell nichts über die Qualität aus. In jeder Abbaustätte finden sich Steine guter und schlechter Qualität. Natürlich sind einige Quellen dafür bekannt, dass sie mehr qualitativ hochwertige Steine hervorbringen als andere, wodurch die Herkunftsangabe dann doch wieder einen Rückschluss auf die Qualität zulässt. Aber dies ist nicht immer und grundsätzlich der Fall. Zum Beispiel sind nicht alle Saphire aus Sri Lanka von einer Qualität, die die Bezeichnung „Ceylon-Saphir“ rechtfertigen würde. Die Herkunft ist ein interessantes Merkmal, das definitiv zur Attraktivität eines Edelsteins beitragen kann, jedoch nicht dazu bewegt, einen Stein besitzen zu wollen, wenn man ihn nicht schön findet.

Während geographische Bezeichnungen nur verwendet werden sollten, wenn sie das Gebiet angeben, aus dem die Edelsteine stammen, gilt die Herkunft nach CIBJO-Richtlinien als Ermessenssache.

 

Vertrauen

Wir leben in einer Zeit, die einem ständigen Wandel unterliegt. Immer mehr Menschen sind sich der weltweiten sozialen und ökologischen Probleme bewusst.

Edelsteine und Schmuck sind oftmals mit sehr starken Emotionen verbunden. Das Letzte, was wir wollen, ist, dass im Zusammenhang mit Edelsteinen negative Gefühle aufkommen. Dementsprechend steht das sechste C für „Confidence“, „Vertrauen“. Vertrauen, weil Sie sicher sein können, dass Ihre Edelsteine aus legalen Quellen stammen und nicht zur Finanzierung von Bürgerkriegen oder Terrorismus verwendet wurden. Im Fall von Diamanten ist dies dank der Vereinten Nationen und des Kimberley-Prozesses möglich (www.diamondfacts.org). Bei Farbedelsteinen sollten Sie immer bei Ihrem Verkäufer nachfragen.

 

Beständigkeit

Bei sorgsamer Behandlung kann jeder Edelsteinschmuck über viele Generationen weitervererbt werden.
Beständigkeit ist eine Kombination aus drei Eigenschaften:

  1. Härte: die Fähigkeit eines Edelsteins, Kratzern auf der Oberfläche standzuhalten (Mohs’sche Skala).
  2. Belastbarkeit: die Fähigkeit eines Edelsteins, der Entstehung von Frakturen (willkürlichen, ungerichtet verlaufenden Brüchen) oder Spaltungen (Teilungen entlang genau begrenzter Flächen) standzuhalten. Zu beachten ist, dass Belastbarkeit und Härte eines Edelsteins voneinander unabhängig sein können. Dass ein Edelstein hart ist, bedeutet nicht unbedingt, dass er auch belastbar ist, und umgekehrt.
  3. Stabilität: die Fähigkeit eines Edelsteins, physikalischen oder chemischen Beschädigungen standzuhalten.

 

Halbedelsteine

Niemand, der bei klarem Verstand ist, würde seine Liebste oder seinen Liebsten als „halbschön“ bezeichnen. Warum nur hält sich dann die Bezeichnung „Halbedelstein“ so hartnäckig? Die traditionellen „Edelsteine“ sind Smaragd, Diamant, Rubin und Saphir. Mit zunehmender Beliebtheit mussten später auch andere Steine einen Namen erhalten.

Aus unerfindlichen Gründen einigte sich die Branche auf „Halbedelsteine“ – und hat dies seither bereut. Heute wird die Bezeichnung "Halbedelstein" als irreführend angesehen und darf nicht mehr verwendet werden. Der Grund dafür ist, dass Steine mit dieser Bezeichnung häufig unter Wert verkauft werden und der wahre Wert eines Steins sich damit nicht mehr ausdrücken lässt. Beispielsweise gibt es Rubine, Smaragde und Saphire, die für weniger als $100 pro Karat verkauft werden, während ein schöner Paraíba-Turmalin mehr als $20.000 pro Karat kosten kann. Wenn das nicht wertvoll ist!

 

Seltenheit

Definitionsgemäß sind alle Edelsteine selten, aber in Anlehnung an George Orwells „Farm der Tiere“ kann man sagen, dass einige Edelsteine seltener sind als andere. Versuchen Sie sich beim Kauf von Edelsteinen immer bewusst zu machen, warum ein Stein selten ist. Wenn Sie das nicht tun, verliert der Begriff an Bedeutung und wird zu einer leeren Hülle. Es ist eigenartig, wie Verkäufer sich endlos über die „Seltenheit“ auslassen, ohne dabei genaue Angaben zu machen. Wenn die Seltenheit eines Steins erwähnenswert ist, dann sollte sie auch mit Zahlen belegt werden. Zum Beispiel ist ein Tansanit eintausendmal seltener als ein Diamant.

Seltenheit lässt sich auf drei Arten beschreiben, die oft voneinander unabhängig sind: geologisch, marktbezogen und vergleichend. Nur weil ein Edelstein geologisch gesehen selten ist, muss er auf dem Markt nicht auch höhere Preise erzielen und umgekehrt.

Schönheit, Vermarktung und Bekanntheitsgrad spielen ebenfalls eine große Rolle. Das beste Beispiel dafür sind Diamanten. Seltenheit kann zudem auch ein zweischneidiges Schwert sein, da sie manchmal die Wirtschaftlichkeit eines Steins gefährdet – wie es zum Beispiel beim Tsavorit der Fall ist.

 

Begriffe

Es gibt unterschiedliche Edelstein Effekte , wenn sie Edelsteine ansehen, wie zum Beispiel die Adulareszenz (Opaleszenz), Asterismus, Aventureszenz, Chatoyance, Farbwechsel, Irideszenz, Farbspiel, Pleochroismus und Doppelbrechung. Was sehen Sie, wenn Sie einen Edelstein betrachten? Die folgenden Begriffe werden häufig zur Beschreibung des Erscheinungsbilds eines Edelsteins im Zusammenspiel mit dem Licht herangezogen:

  • Lüster: die Menge des von der Oberfläche eines Edelsteins reflektierten Lichts. 
  • Diamantengleich (adamantin): der sehr helle und reflektierende Lüster wie bei einem Diamanten. Der Begriff leitet sich ab von „adamas“, dem griechischen Wortstamm von „Diamant“; er bedeutet „unbezwingbar“, was für die härteste natürliche Substanz der Welt sicher eine treffende Bezeichnung ist! Der Begriff „subadamantin“ wird mitunter zur Beschreibung von Edelsteinen verwendet, deren Lüster dem eines Diamanten nahe kommt, zum Beispiel Alexandrit und Demantoid. Zwar gibt es für die Beschreibung des Lüsters noch weitere mineralogische Begriffe, aber diese sind für den alltäglichen Gebrauch nicht von Bedeutung und werden daher hier nicht aufgeführt.
  • Funkeln: das Spiel des Lichts (Reflexionen auf einer polierten Oberfläche), durch das ein Edelstein bei Veränderung seiner Position zur Lichtquelle oder zum Betrachter zum Funkeln gebracht wird. 
  • Brillanz: die Lichtmenge (d. h. die Körperfarbe), die aus dem Inneren eines Edelsteins reflektiert wird. Die Brillanz hängt von den optischen Eigenschaften eines Edelsteins, seinem Schliff (kritischer Winkel), seiner Farbtransparenz, seiner Reinheit, seiner Politur, seinem Lüster und seiner Abnutzung ab.
  • Feuer (auch: Dispersion): die Aufspaltung des Lichts in seine Spektralfarben. Dieses gemmologische Merkmal trägt entscheidend zur Schönheit und zum Wert eines Edelsteins bei. Alle großen Edelsteine zeigen Feuer, aber die Steine, bei denen dies am deutlichsten erkennbar ist, sind Sphen, Demantoid, Diamant und Zirkon.  
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